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Ottozeus Beratungsforum

"Wärmeaktivierbarer Kleber für Verklebungen auf Kunststoffen"

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Kunde
Thema erledigt, Verklebung leider nicht bzw nur unzureichend möglich.
Am : 26.11.2009
Kunde
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Am : 26.11.2009
Ottozeus-Team
Hallo,

leider verstehen wir nicht so richtig was Sie wie und warum machen wollen.

Eine Anfangshaftung-/festigkeit bekommen Sie nur mit einen Kontaktklebstoff und bei zweiseitigem Auftrag. Einige wenige Kontaktklebstoffe lassen sich wärmeaktivieren. Schwarz ist keiner dieser Klebstoffe. Einfärben können Sie diese soweit uns bekannt auch nicht. Leider schreiben Sie nicht, was für Teile Sie herstellen wollen, beziehungsweise kaschieren.

Wir brauchen nähere Informationen.

Ihr Ottozeus-Team

Am : 26.11.2009
Kunde
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Am : 27.11.2009
Kunde
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Am : 27.11.2009
Ottozeus-Team
Vielen Dank für die detaillierte Antwort.

Für Kohlefaser, also Carbon hat die Fa. Huntsman (internationaler Zulieferer für die Fahrzeugindustrie) den speziellen Klebstoff Araldite 2031 entwickelt. Dieser wird für Kleinmengenverbraucher auch in 50 ml Doppelkammerkartuschen angeboten. Zusätzlich wurde dieser Klebstoff schwarz eingefärbt, damit bei einem Durchschlagen oder Durchscheinen der optische Einfluß nicht gestört wird.

Dieser 2-K-Klebstoff ist kein Kontaktklebstoff, wird einseitig dünn aufgetragen (ausgepresste Raupen müssen mittels geeignetem Werkzeug fein und glatt verteilt werden).

Die Verareitungszeit beträgt etwa 1 Stunde, also genügend Zeit um das Gewebe gut zu applizieren. Dieses Produkt erfüllt die Vorgaben in der Fahrzeugindustrie bezüglich Wärmefestigkeit, Alterungsbeständigkeit usw. Bei der Rezeptur wurden neben den Klebeeigenschaften zu Carbon auch die üblichen anderen Trägerwerkstoffe wie ABS usw. berücksichtigt.

Araldite 2031 wird bevorzugt von Kfz-Werkstätten und Herstellern von Sonderzubehör gekauft um Carbonteile oder Carbonmatten zu verkleben. Leider bekommen wir keine Rückmeldungen wie es jeweils mit der Verarbeitung klappt, ob gewisse Tricks nötig sind usw. Was wir nicht wissen, können wir leider auch nicht weitergeben (aber alle wollen von uns was wissen.)

Vorschlag, testen Sie Araldite 2031
http://www.ottozeus.de/produkte/detail-araldite-2031-ep-469-brand-3-0-0.html
Gerne bleiben wir mit Ihnen in Kontakt (MO-Do je 8:00 bis 17:00, Fr bis 13:00)

Ihre Ottozeus-Berater
Am : 27.11.2009
Kunde
Hallo ottozeus-team!

Ich könnte meine Frage zu diesem Thema selbst nicht besser formulieren. Aus diesem Grund möchte ich das Thema noch einmal hochholen.

Selbe Ausgangssituation. Carbongewebe soll auf ein Kunststoffteil (vorwiegend ABS und Konsorten => Thermoplasten) appliziert werden. Bislang erfolgte die Vorgehensweise wie oben beschrieben. Das Kunststoffteil wird angeschliffen, schwarz lackiert (um gleich einen schwarzen Untergrund zu haben) und anschließend mit Harz versehen. Wenn die Topfzeit überschritten ist, wird die Oberfläche extrem klebrig und das Gewebe kann aufgelegt werden.

Funktioniert soweit bestens mit einem Nachteil. Epoxidharz als Trägerschicht ist zu starr. Bei hohen Temperaturen (Sommer) kommt es zum Ablösen des Gewebes, da sich das Bauteil und die Kohleschicht unterschiedlich ausdehnt.

Der oben genannte Klebstoff (Araldite 2031) ist zwar schwarz, was den vorhergehenden Lackiervorgang einsparen würde, aber das Gebinde zu klein (für große Teile) und die gewünschte hohe Anfangsfestigkeit ist auch nicht gegeben..

Gibt es noch weitere Optionen. Die Anforderungen noch einmal zusammengefasst:

- Verklebung eines Thermoplasten mit einem Duroplasten

- hohe Anfangsfestigkeit bzw. hohe Klebkraft damit sich das Gewebe bei kleinen Radien und komplizierten Geometrien nicht gleich wieder abhebt

- nach Aushärtung gewisse Flexibilität (Wärmefestigkeit -- unterschiedliche Ausdehnung)

- Farbe: transparent oder schwarz + einseitiger Auftrag!


Wenn ich einen Klebstoff mittels Materialauswahl suche, komme ich auf den "Ruderer U56" -- wäre das eine Option?

Vielen Dank für die Antwort
Am : 30.01.2011
Ottozeus-Team
Hallo,

Ihr Anforderungsprofil macht es nicht einfach.

Grundsätzlich zeigt RUDERER U 56 Plus (also mit Vernetzer) gute Klebeeigenschaften zu den genannten Materialienarten.

Der Vernetzer (auch Härter genannt) bringt i.d. Regel gute Wärmefestigkeiten. Diese sind aber immer in Abhängigkeit mit der Klebefreundlichkeit der Werkstoffe und den mechanischen Beanspruchungen bei der Wärmebelastung zu betrachten. Diese Frage kann leider nicht aus der Ferne verläßlich beantwortet werden. Auch hier sind Versuche nötig. Da U 56 Plus ein Kontaktklebstoff ist, also beide Klebeflächen eingetrichen und abgelüftet werden müssen, bekommen Sie eine gute Anfangsfestigkeit. Innerhalb der angegebenen Topfzeit kann U 56 Plus auch mittels Heißluftfön wärmeaktiviert werden, d.h. er wird weich und kann gelöst und neu positioniert werden. (Nur wenige Stunden nach der Applikation, später nicht mehr). U 56 Plus bildet eine flexiblen Film aus, wird nicht hart und wäre in der Farbe milchigtrüb, bei dünner Schichtdicke fast transparent.

Erst nach praxisnahen Eignungsversuchen kann über den Einsatz entschieden werden.

Wenn Sie jedoch mit Araldite 2031 gute Erfahrungen erzielt haben aber die 50 ml Kartuschen zu klein sind, wären auch 400 ml Doppelkartuchen lieferbar. Sollte diese Größe für Sie geeignet sein, schreiben Sie uns bitte an info@ottozeus.de , wir nennen Ihnen dann eine Lieferquelle.

Ihr Ottozeus-Team
Am : 31.01.2011
Kunde
Danke für die schnelle Antwort. Ich werde es bei der Auswahl berückstichtigen
Am : 31.01.2011
Kunde
Araldite 2031 und vergleichbare Produkte habe ich gestest, alles brachte keinen Erfolg, trotz mehreren Tests, unterschiedlicher Materialvorbehandlungen und einer exakten Verarbeitung.

Projekt eingestellt.
Am : 31.01.2011
Kunde
Wurde denn der Ruderer U56 oder Technicoll 8044 diesbezüglich auch schon ausprobiert? Eventuell klappts auch nur einseitigem Auftrag oder funktioniert das generell nicht bei Kontaktklebstoffen?

Nachtrag:

Angenommen der U56 wird einseitig auf den ABS Kunststoff aufgetragen und man läßt das Ganze ordnungsgemäß ablüften. Würde dann das Gewebe (trocken ohne U56 Schicht) überhaupt eine Bindung mit der Schicht am Kunststoff eingehen wenn es angepreßt wird?
Am : 31.01.2011
Ottozeus-Team
Leider schreibt der Autor "Dopsens" nicht genau was er wie und wofür verkleben wollte.
Keine detailierten Infos zu den Werkstoffen (Kunststoffe), nichts zur Geometrie der Klebeflächen, Verarbeitungsweise und zum Anforderungsprofil der verklebten Teile.

Nur die Aussage, dass das weltweit industriell bewährte Produkt Araldite 2031 nicht geeignet sei, ist eine spärliche und unbefriedigende Darstellung.
Solche nichtssagenden Aussagen verunsichern potenielle Anwender und helfen niemanden.

Kleben ist Erfahrungssache, da die verschiedenen Werksctoffe abweichende Klebeverhalten zeigen. Kleben ist eben nicht so einfach, es gibt daher viele tausende Klebstoffrezepturen.

Eine Eignung kann nur mittels praxisnaher Versuche bestimmt werden. Es gibt keine schlechten Klebstoffe, häufig nur falsch eingesetzte Klebstoffe.

Das Ottozeus-Team
Am : 01.02.2011
Kunde
Kann man mit einem Kontaktkleber gute Ergebnisse erzielen wenn dieser nur einseitig aufgetragen wird?
Am : 01.02.2011
Ottozeus-Team
Hallo,

Kontaktklebstoffe sind von der Rohstoffbasis her so entwickelt worden, dass es zwingend notwendig ist, beide Klebeflächen mit Klebstoff zu beschichten, diese dann abzulüften (trocknen) und innerhalb der sog. offenen Zeit zusammenzufügen. Nach Ablauf der offenen Zeit ist keine Verklebung mehr möglich.

Bei einem einseitigen Auftrag, funktioniert das Kontaktverfahren nicht.

Um nur einseitig zu arbeiten, werden andere Klebstoffsysteme angeboten, wie z.B. Klebelacke, reaktivierbare Klebstoffe und reaktive 1 und 2-K-Systeme.

Kontaktklebstoffe auf Basis PUR wie z.B. U 56, 15141, 8044 können innerhalb eines Zeitfensters wärmeaktiviert werden, d.h. den trockenen Klebefilm oder eine frisch erfolgte Verklebung mittels Hießluft erwärmen. Dadurch wird der Klebefilm weich und die Verklebung kann noch korrigiert werden. Dies ist aber nur zeitlich begrenzt möglich. Dieses Verfahren wird gerne bei verformten Flächen eingesetzt.

Hilft Ihnen diese Erklärung weiter? Gerne beantworten wir weitere Fragen.

Ihr Ottozeus-Beraterteam
Am : 01.02.2011
Kunde
Die Antwort war sehr aufschlußreich, danke.

Das Problem an den Klebstoffen für einseitigen Auftrag ist, dass sie keine Anfangsfestigkeit aufweisen (und genau diese ist gewünscht) oder eine harte Fuge aufweisen.

Am : 01.02.2011
Ottozeus-Team
Hallo,

eine sofortige Anfangsfestigkeit erbringen eben nur abgelüftete Kontaktklebstoffe bei zweiseitigem Auftrag.

Einseitig aufzutragende Klebstoffe wie 1 oder 2 K-Systeme sind bei Serienfertigungen gut einsetzbar, denn dann kann mit Hilfen wie Aufnahme-Lehren gearbeitet werden. Dies erlaubt die Teile bis zur Aushärtung zu fixieren.

Wenn Teile, Folien, Gewebe usw. über eine Rundung, (nicht Hohlkehl), gezogen werden müssen, kommen oft Klebstoffe ohne Anfangsfestigkeit zum Einsatz. Um noch die Flächen varieren zu können, ist es möglich mit einem anderen Klebstoff der eine sofortige/schnelle Festigkeiten erbringt, am Rand zu verkleben.
Dies können je nach Arbeitsmethode und späterer Anforderung sein: Sekundenklebstoffe, sehr schnelle 2-K-Systeme oder nachvernetzende Schmelzklebstoffe wie ADTRATube. Diese Klebstoffe, wie ADTRATube, ermöglichen durch das Erkalten die Anfangsfestigkeit, der Prozeß der Nachvernetzung erbringt die hohe Wärmefestigkeit und Flexibilität gegen Kältebruch. Hierbei genügt es oft, nur eine Raupe im äußeren Randbereich zu legen.

Ihr OZ-Berater
Am : 01.02.2011

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